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Mittwoch, 2. Mai 2012
Neu auf DVD:
Sherlock Holmes 2 - Spiel im Schatten
Sherlock Holmes 2 - Spiel im Schatten
crizcgn, 13:33h
Niemand war je in der Lage, Sherlock Holmes' Scharfsinn zu überbieten... bis jetzt. Ein neuer genialer Verbrecher macht die Welt unsicher: Professor Moriarty (Jared Harris). Er ist Holmes nicht nur intellektuell gewachsen - durch seine skrupellose Bösartigkeit könnte er dem legendären Detektiv sogar überlegen sein. Als der österreichische Kronprinz tot aufgefunden wird, glaubt Inspector Lestrade (Eddie Marsan) aufgrund der Indizien an Selbstmord. Doch Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) kombiniert, dass der Prinz ermordet wurde und zwar im Rahmen eines grausigen Komplotts, das ein gewisser Professor Moriarty schmiedet. Holmes verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen, als er die Spuren bis zu einem unterirdischen Gentlemen-Club verfolgt. Dort stößt er mit seinem Bruder Mycroft Holmes (Stephen Fry) am Vorabend von Dr. Watsons (Jude Law) Hochzeit auf dessen Wohl an. Und er lernt dort auch die wahrsagende Zigeunerin Sim (Noomi Rapace) kennen, die mehr weiß, als sie zugeben will. Aufgrund ihrer unbeabsichtigten Verbindung zum Prinzenmord gerät sie als nächstes Opfer ins Visier des Killers. Nur mit knapper Not gelingt es Holmes, Sims Leben zu retten. Aus Dankbarkeit erklärt sie sich endlich bereit, ihm zu helfen. Im Zuge der Ermittlungen begeben sich Holmes, Watson und Sim auf eine Europareise, die sie von England über Frankreich und Deutschland bis in die Schweiz führt. Doch der hinterlistige Moriarty ist ihnen immer einen Schritt voraus, während er sein tödliches Netz spinnt. Falls er mit seinem Plan Erfolg hat, wird er dem Lauf der Geschichte eine völlig andere Richtung geben ...
Mehr noch als im ersten Teil seiner modernen Meisterdetektiv-Erzählung vertraut der Regisseur Guy Ritchie ("RocknRolla") auf das Zusammenspiel seiner skurilen Figuren. Vor allem die Scharmützel zwischen Robert Downey jr. ("Iron Man") und Jude Law ("Hautnah") als sein Sidekick wirken reifer und ausgefeilter als noch im Vorgänger. Hinzu kommt mit Moriarty ein altbekannter Gegner, der Holmes hier einiges an Kombinationsgabe abverlangt, und immer wieder neue Wendungen in die verschachtelte Geschichte bringt. Die Nebendarsteller wie Stephen Fry ("V wie Vendetta") ergänzen sich zu einem prächtig aufgelegten Ensemble, und auch der Hintergrund des Plots wirkt - selbst geschichtlich - überzeugend. Natürlich gibt es wieder die ein oder anderen übertriebenen Martial Arts Momente, insgesamt hält sich der Regisseur jedoch mit allzu überzogenem Inszenierungs-Schnickschnack zurück. Alles in allem kann das temporeiche Sequel tatsächlich mehr überzeugen als der an manchen Stellen noch etwas holprige erste Teil.
Bewertung: 7,5/10 (Moviepilot Prognose 7)

Mehr noch als im ersten Teil seiner modernen Meisterdetektiv-Erzählung vertraut der Regisseur Guy Ritchie ("RocknRolla") auf das Zusammenspiel seiner skurilen Figuren. Vor allem die Scharmützel zwischen Robert Downey jr. ("Iron Man") und Jude Law ("Hautnah") als sein Sidekick wirken reifer und ausgefeilter als noch im Vorgänger. Hinzu kommt mit Moriarty ein altbekannter Gegner, der Holmes hier einiges an Kombinationsgabe abverlangt, und immer wieder neue Wendungen in die verschachtelte Geschichte bringt. Die Nebendarsteller wie Stephen Fry ("V wie Vendetta") ergänzen sich zu einem prächtig aufgelegten Ensemble, und auch der Hintergrund des Plots wirkt - selbst geschichtlich - überzeugend. Natürlich gibt es wieder die ein oder anderen übertriebenen Martial Arts Momente, insgesamt hält sich der Regisseur jedoch mit allzu überzogenem Inszenierungs-Schnickschnack zurück. Alles in allem kann das temporeiche Sequel tatsächlich mehr überzeugen als der an manchen Stellen noch etwas holprige erste Teil.
Bewertung: 7,5/10 (Moviepilot Prognose 7)

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Dienstag, 1. Mai 2012
Der Untergang der Titanic (1953)
crizcgn, 20:54h
Sie galt als unsinkbar. Sie galt als sicherstes Schiff der Welt. Sie sank.
Als der britische Luxusliner Titanic 1912 zu seiner glorreichen Jungfernfahrt von England nach Amerika aufbricht, ahnt noch niemand etwas von der unabwendbaren Katastrophe, die sich nur wenige Tage später ereignen würde. Trotz aller Warnungen steuert der Kapitän das Schiff mitten durch das gefährliche Eismeer des Nord-Atlantiks und dann passiert das Unfassbare: Die Titanic kollidiert mit einem Eisberg. Nach nur wenigen Stunden versinkt sie in den eiskalten Fluten des Ozeans und nimmt über 1.500 Menschen mit sich.
Thematisch ähnelt das Drehbuch zu dem "Untergang der Titanic" durchaus dem 1997er Meisterwerk von James Cameron: die Unterschiede zwischen den Klassen und eine Liebe, die sich darüber hinwegsetzt. In dieser Verfilmung verfängt sich die Geschichte allerdings in ein banales Familiendrama, dass aus heutiger Sicht reichlich pathetisch und unglaubwürdig daherkommt. Gerade zum Ende wirkt der kitschige Vater-Sohn-Plot völlig deplatziert. Auch wirkt der eigentliche Untergang - nach damaligen Möglichkeiten sicherlich solide dargestellt - geradezu unpassend banalisiert. Trotzdem gilt der Film von Jean Negulesco ("Wie angelt man sich einen Millionär") heute irgendwie als Klassiker seiner Zeit.
Bewertung: 5,5/10

Als der britische Luxusliner Titanic 1912 zu seiner glorreichen Jungfernfahrt von England nach Amerika aufbricht, ahnt noch niemand etwas von der unabwendbaren Katastrophe, die sich nur wenige Tage später ereignen würde. Trotz aller Warnungen steuert der Kapitän das Schiff mitten durch das gefährliche Eismeer des Nord-Atlantiks und dann passiert das Unfassbare: Die Titanic kollidiert mit einem Eisberg. Nach nur wenigen Stunden versinkt sie in den eiskalten Fluten des Ozeans und nimmt über 1.500 Menschen mit sich.
Thematisch ähnelt das Drehbuch zu dem "Untergang der Titanic" durchaus dem 1997er Meisterwerk von James Cameron: die Unterschiede zwischen den Klassen und eine Liebe, die sich darüber hinwegsetzt. In dieser Verfilmung verfängt sich die Geschichte allerdings in ein banales Familiendrama, dass aus heutiger Sicht reichlich pathetisch und unglaubwürdig daherkommt. Gerade zum Ende wirkt der kitschige Vater-Sohn-Plot völlig deplatziert. Auch wirkt der eigentliche Untergang - nach damaligen Möglichkeiten sicherlich solide dargestellt - geradezu unpassend banalisiert. Trotzdem gilt der Film von Jean Negulesco ("Wie angelt man sich einen Millionär") heute irgendwie als Klassiker seiner Zeit.
Bewertung: 5,5/10

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Montag, 30. April 2012
Deichkind - Illegale Fans (YouTube)
crizcgn, 15:10h
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Sonntag, 29. April 2012
"DSDS"-Finale
Jugendschutz zur Rüssel-Time
Jugendschutz zur Rüssel-Time
crizcgn, 10:38h
Luca Hänni ist Sieger der neunten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar". RTL verkauft das müde Finale als fesselndes, hoch emotionales Ereignis. Selbst ein kleiner Skandal vor der Sendung machte den Abend nicht spannender. Ob das Format so Zukunft hat, ist fraglich.

Hamburg/Köln - Zieht man nach zehn Jahren zum Ende der neunten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS") Bilanz, liegt der Vergleich nahe, dass sich RTL mit "DSDS" ein Abbild vom Irrsinn des Berliner Politikbetriebs geschaffen hat.
Wie Kanzlerin Merkel denkt Poptitan Dieter Bohlen bei seiner Castingshow strategisch "vom Ende her" ("Wer könnte das Finale gewinnen?"). Auch in der "DSDS"-Jury gibt es immer mal wieder Krach unter den Koalitionspartnern. Wer Bohlen nicht gefällt, wird - wie unliebsame CDU-Länderfürsten - schnell aussortiert.
Wie die meisten Parteien kämpft Bohlen mit schwankenden Umfragewerten. Zuletzt lagen die Einschaltquoten unter dem Durchschnitt der vergangenen achten Staffel. Kritik gibt es zudem, weil die Sendung mit der Frauenquote hadert. Sieben der acht vergangenen "DSDS"-Gewinner waren männlich.
Zu der Statistik gesellt sich jetzt Luca Hänni. Der Schweizer setzte sich am Samstag in einem unerträglich mauen Finale gegen Daniele Negroni durch. Wie RTL versucht, die Quoten vor Ende der Staffel zu pushen, darüber kann man nur spekulieren. Drei Tage vor der Final-Show hatte der Kölner Sender auf seiner Homepage bereits Daniele als Sieger verkündet.
Kein Aufmerksamkeitsgehasche, eine technische Panne, erklärte RTL. So musste Marco Schreyl am Samstag gleich zu Beginn der Live-Sendung klarstellen, dass die Gerüchte, der Gewinner stehe schon längst fest, falsch seien. Keine Sorge, alles notariell beaufsichtigt, jetzt anrufen.
Schreyl gab wie gewohnt den lässigen Conférencier. Betont launig plauderte er mit den Kandidaten über ihre Auftritte, ordnete dem Publikum gönnerhaft die Finalisten ein ("Daniele, irgendetwas an "DSDS" muss dir von Anfang an gut getan haben") und machte vor den Werbeblöcken den Markt-Schreyerl: "Sie allein bestimmen, wer "DSDS"-Sieger wird! Jetzt anrufen!"
Noch rufen die Leute an, noch ist die Quote anständig. Aber um mit dem Format in Zukunft Erfolg zu haben, müssen sich Bohlen und RTL für die nächste Staffel etwas einfallen lassen.
Was an der Sendung nicht stimmt, lässt sich an diesem Finale ablesen. Den beiden Halbstarken, Daniele und Luca, kann man keinen Vorwurf machen. Sie sind 16 beziehungsweise 17 Jahre alt, ihnen winkt eine Musikkarriere - wenn die auch nur von kürzester Dauer sein mag - Ruhm, Presserummel, und Gewinner Luca zusätzlich das von Bohlens Hofstaat bereits eingeführte Betreuungsgeld: Zum ersten Mal erhält der "DSDS"-Sieger 500.000 Euro als Prämie.
Im Grunde egal
Woran das Finale kränkelt, ist die müde Inszenierung. Dass der Begriff Superstar bei "DSDS" weit hergeholt ist - seit Jahren bekannt, geschenkt. Mit der neusten Staffel ist der vergangene Gewinner schon wieder vergessen. Aber wenn Schreyl das Finale am Samstag mit den Worten "Badboy versus Mädchenschwarm, Freak oder lieber Sunnyboy?" eröffnet wie eine Deppen-Auktion, ist gleich klar, dass das Gesangstalent komplett unwichtig ist. Die Rauch-Rauf-Sauf-Heim-Kindheitsgeschichte von Daniele zählt mehr als sein "Krächzgesang". Natürlich hatte er nicht die beste Stimme unter allen Bewerbern. Stimmen muss nur die Show.
RTL scheint es zu reichen, die beiden als knallbunte H&M-Abziehbilder auf die Bühne zu stellen, damit Moderator Schreyl zwischen den Auftritten das Mantra vom armen, aber geläuterten Rabauken Daniele herunterbeten kann, der sich dem smarten Schmuseteddy Luca stellen muss. Emotionales Fernsehen - man hat es schon subtiler erlebt.
Der eine ist eben 16, der andere 17. Beide haben Vanilla-Ice-Frisuren, der eine gefährlich bunt getönt, der andere naturbraun. Der eine ist in Norditalien geboren, der andere in der Schweiz. Wer von beiden gewonnen hat und jetzt mit dem von Bohlen komponierten Stück "Don't think about me" ein bisschen Tamtam machen darf: im Grunde egal. Und so droht Bohlens ganze Sendung egal zu werden.
Auf dem Markt haben sich inzwischen zig Castingshows breitgemacht. Allein die Marke Bohlen unterscheidet "DSDS" von der Konkurrenz. Bloß nutzt sich seine Nummer mit den derben Sprüchen langsam ab. Im Finale vergreift sich nur einmal im Ton, als er das Duett der beiden in der Mitte der Show als "das beste Duett seit Modern Talking" bezeichnet.
"De' Hammer", "di' Wahnsinn"
Die Blabla-Ausführungen von Jury-Kollegin und "Cascada"-Sängerin Natalie Horler sind an diesem Abend untergegangen. Bruce Darnell feiert einfach alles und jeden ab. Unter "de' Hammer", "di' Wahnsinn" macht er's nicht.
Die Jury also mit den Auftritten zufrieden, die Fans jubeln, fehlt noch die Siegerehrung, die dann vielleicht den unterhaltsamsten Moment des Abends beschert: Ein Autobauer, Sponsor der Sendung, schenkt den zwei je einen Kleinwagen. Schreyl sagt: "Man könnte auch sagen - danke, Rüsselsheim!" Normal, dass zwei Minderjährige nicht die Produktionsstätten deutscher Fahrzeughersteller kennen. Sie gucken sich an, fragen fast gleichzeitig: "Häh? Was? Rüssel-Time?!"
Schreyl muss Gas geben. Nach 23 Uhr dürfen Luca und Daniele nicht auftreten. Jugendschutz hat nichts für Popstars übrig. Apropos Jugendschutz: Schon kommenden Samstag läuft "DSDS"-Kids an, für den 4- bis 14-jährigen Gesangsnachwuchs.
Für den Moment darf Luca sich über 52,8 Prozent der abgegebenen Stimmen freuen. Goldene Papierschnipsel regnen herab, während er noch einmal Bohlens Final-Song "Don't think about me" singt. Schreyl entlässt das Publikum im Saal und vor den Fernsehern mit den Worten "Erzählen Sie der Welt, dass es ein tolles Finale war!"
Ganz ehrlich: Don't think about it.
Daniel-C. Schmidt / Quelle: www.spiegel.de


Hamburg/Köln - Zieht man nach zehn Jahren zum Ende der neunten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS") Bilanz, liegt der Vergleich nahe, dass sich RTL mit "DSDS" ein Abbild vom Irrsinn des Berliner Politikbetriebs geschaffen hat.
Wie Kanzlerin Merkel denkt Poptitan Dieter Bohlen bei seiner Castingshow strategisch "vom Ende her" ("Wer könnte das Finale gewinnen?"). Auch in der "DSDS"-Jury gibt es immer mal wieder Krach unter den Koalitionspartnern. Wer Bohlen nicht gefällt, wird - wie unliebsame CDU-Länderfürsten - schnell aussortiert.
Wie die meisten Parteien kämpft Bohlen mit schwankenden Umfragewerten. Zuletzt lagen die Einschaltquoten unter dem Durchschnitt der vergangenen achten Staffel. Kritik gibt es zudem, weil die Sendung mit der Frauenquote hadert. Sieben der acht vergangenen "DSDS"-Gewinner waren männlich.
Zu der Statistik gesellt sich jetzt Luca Hänni. Der Schweizer setzte sich am Samstag in einem unerträglich mauen Finale gegen Daniele Negroni durch. Wie RTL versucht, die Quoten vor Ende der Staffel zu pushen, darüber kann man nur spekulieren. Drei Tage vor der Final-Show hatte der Kölner Sender auf seiner Homepage bereits Daniele als Sieger verkündet.
Kein Aufmerksamkeitsgehasche, eine technische Panne, erklärte RTL. So musste Marco Schreyl am Samstag gleich zu Beginn der Live-Sendung klarstellen, dass die Gerüchte, der Gewinner stehe schon längst fest, falsch seien. Keine Sorge, alles notariell beaufsichtigt, jetzt anrufen.
Schreyl gab wie gewohnt den lässigen Conférencier. Betont launig plauderte er mit den Kandidaten über ihre Auftritte, ordnete dem Publikum gönnerhaft die Finalisten ein ("Daniele, irgendetwas an "DSDS" muss dir von Anfang an gut getan haben") und machte vor den Werbeblöcken den Markt-Schreyerl: "Sie allein bestimmen, wer "DSDS"-Sieger wird! Jetzt anrufen!"
Noch rufen die Leute an, noch ist die Quote anständig. Aber um mit dem Format in Zukunft Erfolg zu haben, müssen sich Bohlen und RTL für die nächste Staffel etwas einfallen lassen.
Was an der Sendung nicht stimmt, lässt sich an diesem Finale ablesen. Den beiden Halbstarken, Daniele und Luca, kann man keinen Vorwurf machen. Sie sind 16 beziehungsweise 17 Jahre alt, ihnen winkt eine Musikkarriere - wenn die auch nur von kürzester Dauer sein mag - Ruhm, Presserummel, und Gewinner Luca zusätzlich das von Bohlens Hofstaat bereits eingeführte Betreuungsgeld: Zum ersten Mal erhält der "DSDS"-Sieger 500.000 Euro als Prämie.
Im Grunde egal
Woran das Finale kränkelt, ist die müde Inszenierung. Dass der Begriff Superstar bei "DSDS" weit hergeholt ist - seit Jahren bekannt, geschenkt. Mit der neusten Staffel ist der vergangene Gewinner schon wieder vergessen. Aber wenn Schreyl das Finale am Samstag mit den Worten "Badboy versus Mädchenschwarm, Freak oder lieber Sunnyboy?" eröffnet wie eine Deppen-Auktion, ist gleich klar, dass das Gesangstalent komplett unwichtig ist. Die Rauch-Rauf-Sauf-Heim-Kindheitsgeschichte von Daniele zählt mehr als sein "Krächzgesang". Natürlich hatte er nicht die beste Stimme unter allen Bewerbern. Stimmen muss nur die Show.
RTL scheint es zu reichen, die beiden als knallbunte H&M-Abziehbilder auf die Bühne zu stellen, damit Moderator Schreyl zwischen den Auftritten das Mantra vom armen, aber geläuterten Rabauken Daniele herunterbeten kann, der sich dem smarten Schmuseteddy Luca stellen muss. Emotionales Fernsehen - man hat es schon subtiler erlebt.
Der eine ist eben 16, der andere 17. Beide haben Vanilla-Ice-Frisuren, der eine gefährlich bunt getönt, der andere naturbraun. Der eine ist in Norditalien geboren, der andere in der Schweiz. Wer von beiden gewonnen hat und jetzt mit dem von Bohlen komponierten Stück "Don't think about me" ein bisschen Tamtam machen darf: im Grunde egal. Und so droht Bohlens ganze Sendung egal zu werden.
Auf dem Markt haben sich inzwischen zig Castingshows breitgemacht. Allein die Marke Bohlen unterscheidet "DSDS" von der Konkurrenz. Bloß nutzt sich seine Nummer mit den derben Sprüchen langsam ab. Im Finale vergreift sich nur einmal im Ton, als er das Duett der beiden in der Mitte der Show als "das beste Duett seit Modern Talking" bezeichnet.
"De' Hammer", "di' Wahnsinn"
Die Blabla-Ausführungen von Jury-Kollegin und "Cascada"-Sängerin Natalie Horler sind an diesem Abend untergegangen. Bruce Darnell feiert einfach alles und jeden ab. Unter "de' Hammer", "di' Wahnsinn" macht er's nicht.
Die Jury also mit den Auftritten zufrieden, die Fans jubeln, fehlt noch die Siegerehrung, die dann vielleicht den unterhaltsamsten Moment des Abends beschert: Ein Autobauer, Sponsor der Sendung, schenkt den zwei je einen Kleinwagen. Schreyl sagt: "Man könnte auch sagen - danke, Rüsselsheim!" Normal, dass zwei Minderjährige nicht die Produktionsstätten deutscher Fahrzeughersteller kennen. Sie gucken sich an, fragen fast gleichzeitig: "Häh? Was? Rüssel-Time?!"
Schreyl muss Gas geben. Nach 23 Uhr dürfen Luca und Daniele nicht auftreten. Jugendschutz hat nichts für Popstars übrig. Apropos Jugendschutz: Schon kommenden Samstag läuft "DSDS"-Kids an, für den 4- bis 14-jährigen Gesangsnachwuchs.
Für den Moment darf Luca sich über 52,8 Prozent der abgegebenen Stimmen freuen. Goldene Papierschnipsel regnen herab, während er noch einmal Bohlens Final-Song "Don't think about me" singt. Schreyl entlässt das Publikum im Saal und vor den Fernsehern mit den Worten "Erzählen Sie der Welt, dass es ein tolles Finale war!"
Ganz ehrlich: Don't think about it.
Daniel-C. Schmidt / Quelle: www.spiegel.de

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Samstag, 28. April 2012
Neu auf DVD:
Der gestiefelte Kater
Der gestiefelte Kater
crizcgn, 21:19h
Der Gestiefelte Kater war nicht immer nur der getreue Wegbegleiter des tollkühnen Ogers Shrek. Schon vor ihrem denkwürdigen und folgenreichen Zusammentreffen im Wald von "Weit Weit Weg" hat der selbstbewusste Kater (Antonio Banderas) aufregende Abenteuer erlebt. Damals war der Gestiefelte Kater noch mit seinem Kumpel Humpty Dumpty (Zach Galifianakis) unterwegs - bis dieser den stolzen Kater skrupellos verriet. Jahre später triff der Kater wieder auf seinen ehemaligen besten Freund, der gerade dabei ist, mit der rassigen Kitty Softpaws (Salma Hayek) einen waghalsigen Plan auszuhecken: Sie wollen die Gans stehlen, die goldene Eier legt. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, wie das widerwillig vereinte "Trio Infernale" nur allzu schnell feststellen muss ...
Nach seinem aufsehenerregenden Auftritt in "Shrek 2" wurde der gewitzte Kater schnell zum heimlichen Held der ganzen Oger-Reihe. So überrascht es auch nur wenig, dass er inzwischen seinen eigenen Kinofilm bekommen hat. Allerdings bietet der Streifen nicht viel mehr als ordentliche Unterhaltung von der Stange; kindgerecht Putziges für die kleinen Zuschauer und ein bißchen Parodie für die Erwachsenen ("Fight Club", "Indiana Jones"-Anspielungen). Der Handlungsfaden bleibt einfach und übersichtlich, was dem Spass auch teilweise entgegenkommt. Über die seltsame Rahmenhandlung mit Humpty dem Ei kann man sich allerdings streiten. Insgesamt ist der Animationsfilm jedoch eine runde Sache, bei der man genau bekommt was man erwarten kann. Nur eben nichts wirklich Besonderes.
Bewertung: 6,5/10 (Moviepilot Prognose 6)

Nach seinem aufsehenerregenden Auftritt in "Shrek 2" wurde der gewitzte Kater schnell zum heimlichen Held der ganzen Oger-Reihe. So überrascht es auch nur wenig, dass er inzwischen seinen eigenen Kinofilm bekommen hat. Allerdings bietet der Streifen nicht viel mehr als ordentliche Unterhaltung von der Stange; kindgerecht Putziges für die kleinen Zuschauer und ein bißchen Parodie für die Erwachsenen ("Fight Club", "Indiana Jones"-Anspielungen). Der Handlungsfaden bleibt einfach und übersichtlich, was dem Spass auch teilweise entgegenkommt. Über die seltsame Rahmenhandlung mit Humpty dem Ei kann man sich allerdings streiten. Insgesamt ist der Animationsfilm jedoch eine runde Sache, bei der man genau bekommt was man erwarten kann. Nur eben nichts wirklich Besonderes.
Bewertung: 6,5/10 (Moviepilot Prognose 6)

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