Freitag, 22. März 2013
Katja von Garniers 'Ostwind'
Aus der Traum vom Ferienlager! Die vierzehnjährige Mika (Hanna Höppner) hat das Klassenziel nicht erreicht und wird nun von ihren Eltern (Nina Kronjäger und Jürgen Vogel) dazu verdonnert, auf dem Gestüt ihrer strengen Großmutter (Cornelia Froboess) den Sommer über zu lernen. Doch neben dem Stallburschen Sam (Marvin Linke), der sie nicht aus den Augen lässt, entdeckt Mika noch etwas anderes, was auf dem Hof ihr Interesse weckt: den wilden und scheuen Hengst Ostwind. Nicht einmal die fähige Springreiterin Michelle (Marla Menn) oder die Großmutter können das Tier zähmen. Mika beschließt, ihr Glück zu versuchen und schleicht sich in der Nacht in Ostwinds Stall. Damit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, in deren Verlauf Mika entdeckt, dass sie in der Lage ist, mit Pferden zu sprechen. Ob es ihr mit dieser Gabe gelingt, Ostwind zu bändigen?
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Natürlich ist die Geschichte vom schwierigen Teenager, der das wilde Pferd zähmt, absolut nicht neu (man denke neben "Black Beauty" auch an "Fury" aus dem 50ern), und selten wurde die Idee so modern und gleichzeitig so unglaubwürdig erzählt wie in diesem Film von Katja von Garnier ("Bandits"). Sieht man aber von der etwas steif konstruierten Grundkonstellation ab, gelingt der Regisseurin ein rundum solider Film für den weiblichen Pferdenarr im Teenie-Alter. Die Story ist flott und sauber im "Wendy"-Klischee inszeniert, die Darstellungen sind allesamt überzeugend und in dem namhaften Cast finden sich mit der grossen Cornelia Froboess ("Conny und Peter machen Musik") und Tilo Prückner ("Bomber & Paganini") zwei wirkliche Altstars in wichtigen Rollen.



Getragen wird der Film allerdings hauptsächlich vom Zusammenspiel der jungen Hanna Höppner ("Nur mit Euch!") mit dem titelgebenden Hengst Ostwind, und da schlägt sich das Mädchen in ihrer ersten Hauptrolle als junge Pferdeflüsterin ganz ordentlich. Dabei kommt ihr jedoch auch zugute, dass die Hollywood-erfahrere Regisseurin alle Register des Genres zieht und mit epischen Landschaftsaufnahmen, Sonnenuntergangs-Romantik und viel pubertierendem Gefühl ganz grosses Teenie-Kino auf die Leinwand zu zaubern versucht. Und das im besten Sinne auf ziemlich altmodische Weise und damit fernab des inzwischen üblichen "Die rote Zora"/"Hanni & Nanni"/"Fünf Freunde"-Krawallstils. Als Erwachsener kann man sich natürlich fragen, ob der so ziemlich jedes Genre-Klischee umfassende Film trotz der kurzweiligen Inszenierung mit 120 Minuten etwas übertrieben lang geraten ist. Ich glaube jedoch, als weiblicher Pferdenarr im jungen Zielgruppen-Alter wäre ich einfach nur begeistert von der liebevoll erzählten Geschichte um Mika und dem wilden Hengst "Ostwind".
Bewertung: 6/10

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